Changeprozesse

Die vier wichtigsten Erkenntnisse vom Kongress „Industrie 4.0“

Bericht vom Besuch des Kongresses „Industrie 4.0“ der Niedersachsen Metall

Das Jahresende ist die Zeit der Kongresse und Tagungen und das Trendthema ist die digitale Transformation. So wundert es nicht, dass am 14.11.2019 das halbe QUBIC-Team zum Kongress „Industrie 4.0“ des Arbeitgeberverbandes NiedersachsenMetall im Schloss Herrenhausen aufgemacht hat, um neue Impulse zu sammeln.

Nach einer Begrüßung von Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann und dem Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall Dr. Volker Schmidt, die auf die Chancen der Digitalisierung verwiesen und die über 300 Kongressteilnehmenden auf die bereits erreichten Meilensteine auf dem Weg zur Digitalisierung erinnerten, gab es einen Impulsvortrag von Philipp Kalweit.

Mit 19 Jahren ist er Deutschlands „begehrtester Hacker“ (Focus Magazin) und einer der jüngsten Unternehmer. Als White-Hacker zeigt er Unternehmen auf, wo es Sicherheitslücken in ihrer IT gibt. Dass es ganz leicht ist in die IT-Systeme zu kommen, zeigte Philipp Kalweit in einem Live-Hack auf der Bühne mittels einer herkömmlichen Funksteckdose, wie man über das WLAN die Handys aller Gäste angreifen kann. Für Kalweit steht fest, dass man über das Thema IT-Sicherheit gar nicht genug sprechen kann. Er sensibilisierte darauf, dass das Verwundbarste an einem IT-System der Mensch ist.

Im Anschluss gab es vier Foren zu den Themen
• Agile Produktion – schnell, flexibel, spezifisch
• Gamification – spielend leicht digitalisieren
• Pitch Black –Problem triff t Lösung
• Cobots – die mechanischen Helfer von morgen

Sehr kurzweilig und unterhaltsam, nichts desto weniger informativ war der anschließende Beitrag des Science Slammers Johannes Schildgen mit seinem Vortrag zu Big Data „Möchten Sie gerne Pommes zu Ihren Pommes?“. So kann Big Data auch erklärt werden!
Zum Abschluss gab es noch eine Talkrunde zu „Intelligente Datenerfassung und -nutzung“ mit Mittelständlern und Wissenschaftlern.

Was waren nun die wichtigsten Erkenntnisse?

Es menschelt in der Digitalisierung!
Bei aller Förderung in die digitale Technik gilt es nicht den entscheidende „Faktor Mensch“ zu vergessen (Althusmann).
Die Aufgabe von Politik und Wirtschaft wird es sein, den Menschen die Sorgen zu nehmen und die Weichen richtig zu stellen, sodass die Digitalisierung eine Erfolgsgeschichte wird (Schmidt).
„Das Verwundbarste an einem IT-System ist der Mensch.“ (Philipp Kalweit, Kalweit IST)
Es gilt die Mitarbeitenden abzuholen, über ihre Prägung, Sprache und Verständnis. Hier hilft es die Themen zu vereinfachen, mit der Frage „Was soll das?“ (Moritz von Boden, Bornemann Gewindetechnik GmbH im Forum Agile Produktion).

Es ist nicht alles neu!
Die Losgröße 1 gab es früher auch schon (Michael Britzger, Emerson), nun geht es schneller und auch der Testprozess für das Produkt wird individuell digital mitentwickelt, so dass der Produktionsprozess schneller abgeschlossen ist.

Es tun sich alle schwer bzw. leicht
10% der Unternehmen mit unter 100 Mitarbeitenden machen keine Digitalisierung (Gallup Studie 2018), aber auch die großen Unternehmen nähern sich den digitalen Möglichkeiten Schritt für Schritt mit dynamische Arbeitsanweisungen, 3-D Animationen für die Mitarbeitenden und nur im geringen Umfang mit AR-Brillen für Schulungen in der Fertigung (Forum Agile Produktion)

Kundenfokus ist nach wie vor wichtig
Beim Pitch Black zeigte sich, dass diejenigen die Nase vorn haben, die nicht nur tolle Technik und sich selbst in Szene setzen können, sondern diejenigen, die es auch noch schaffen, auf den konkreten Kundenbedarf einzugehen.

Das Trendthema Digitalisierung fordert alle – ob groß oder klein – gleichermaßen, doch befördert es auch wirklich neue Themen und Handlungsfelder? Wie sehen Sie das? Schreiben Sie Ihre Einschätzung in die Kommentare. Wir sind gespannt.

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