Gesund digital arbeiten – Verändertes Belastungsprofil

 

Zum digitalen Arbeiten und Lernen werden, um die Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten langfristig zu sichern, Kompetenzen zum gesundheitsgerechten Umgang mit digitalen Medien benötigt. In einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt gibt es neue Belastungsfaktoren, wie die gestiegene Komplexität, Informations- und Reizüberflutung, Überlastung durch digitale Produktivitätssteigerung oder eine mangelhafte Abgrenzung zwischen Arbeit und Privatleben durch die Möglichkeiten des mobilen Arbeitens.

Bei den Beschäftigten verschiedener Altersgruppen bzw. Generationen dominieren dabei unterschiedliche Belastungsfaktoren. Bei jüngeren Beschäftigten verursachen Schlaf- und Bewegungsmangel, eine ungesunde Ernährung, sehr lange „online-Zeiten“ und/oder sozialer Druck durch permanente Präsenz in den sozialen Medien bereits häufig Stress oder gesundheitliche Probleme.

Viele ältere Beschäftigte fühlen sich überfordert durch neue Technik, Programme, Kommunikationswege, das zunehmende Tempo und immer mehr Aufgaben, die zu bewältigen sind. Häufig fehlt auch die Motivation, sich nach vielen Jahren im Beruf umzustellen und wieder lernen zu müssen. Dies kann zu Resignation und Rückzug, bis hin zu vorzeitiger gedanklicher Verabschiedung in den Ruhestand, führen. „Das sollen die jungen Kollegen mal machen, da komme ich sowieso nicht mehr mit“. Selbst wenn versucht wird, mit den umfangreichen, teilweise rasanten Veränderungen mitzuhalten, stehen den neuen Herausforderungen eine altersbedingt abnehmende Belastbarkeit gegenüber, die einen bewussten Umgang mit den eigenen Ressourcen erfordert.

Belegschaften sind vielfältig

Die verschiedenen Altersgruppen benötigen daher unterschiedlicher Angebote zur Stressprävention und zur langfristigen Erhaltung ihrer Arbeitsfähigkeit. Dies bekräftigt auch Dr. Utz Niklas Walter, Leiter des Instituts für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG) in seinem Artikel „Ein Blick in die Glaskugel“ (Human Resources Manager 7/2017): „Belegschaften werden immer vielfältiger. Das Motto lautet also: Gießkannenprinzip ade! Bedarfsanalysen mittels Befragungen, Beobachtungsverfahren, Interviews oder Workshops helfen dabei, die richtigen Gesundheitsmaßnahmen für die unterschiedlichen Zielgruppen im Unternehmen zu finden. Sie werden weiter an Bedeutung gewinnen.“

Im digitalen Wandel kommt auch den Führungskräften eine herausragende Rolle hinsichtlich der Gesundheit ihrer Mitarbeitenden zu. Sie sollten Verständnis für Unsicherheiten und Ängste zeigen, motivieren, Lernprozesse individuell unterstützen, Zeitressourcen und Ansprechpartner*innen für digitales Lernen zur Verfügung zu stellen, ein Klima zu schaffen, in dem ausprobiert werden kann und Fehler gemacht werden dürfen – und nicht zuletzt die Abgrenzung von Berufs- und Privatleben unterstützen. Mit ihrer Haltung und ihrem Verhalten sind sie Vorbild für die Mitarbeitenden.

Kompetenzaufbau „Gesund führen“

Um dem veränderten Belastungsprofil durch digitale Arbeit zu begegnen, braucht es ein flexibles Angebot von Maßnahmen auf der personalen, der betrieblichen und der Trainingsebene. Durch einen Kompetenzaufbau „Gesund führen“ können die Führungskräfte unterstützt werden in ihrer Schlüsselfunktion. Hier bieten sich Schulungen mit einem begleitenden Coachingangebot an.

Bei Angeboten für die Mitarbeitenden setzt sich, wie im Rahmen der aktuellen Trendstudie „whatsnext – Gesundes Arbeiten in der Digitalen Arbeitswelt“ vom IFGB in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse und dem personalmagazin der Haufe-Mediengruppe ermittelt wurde, zunehmend eine salutogenetische Perspektive durch: „…nicht krankheitsvermeidende, sondern ressourcenstärkende Maßnahmen gewinnen an Bedeutung (lebenslanges Lernen, Schlaf, Erholung)“. Unterstützen können hier Seminare und Trainings zu Resilienz, Selbstführung, Stressmanagement sowie Angebote, die das selbstorganisierte, autodidaktische Lernen unterstützen. Da Änderungen der inneren Haltung und des Verhaltens nur langsam von statten gehen, bietet sich eine Begleitung durch Einzel- oder Gruppencoachings oder Supervision an.

Eine weitere Unterstützungsmöglichkeit ist die Ausbildung betrieblicher Lernbegleiter oder Gesundheitscoaches, die ihre Kolleginnen und Kollegen beim Selbstlernen und einem gesundheitsgerechten Umgang mit digitalen Medien unterstützen können.

In jedem Unternehmen ist die Ausgangslage eine andere, deshalb sollte am Anfang immer eine Bedarfsermittlung stehen. Darauf aufbauend kann dann das passende Maßnahmenpaket geschnürt und Stück für Stück umgesetzt werden.

Wir Beraterinnen und Berater der QUBIC Beratergruppe GmbH unterstützen Sie gerne mit unseren Kompetenzen und Erfahrungen, sowohl in der Analysephase, als auch bei der Entwicklung und Umsetzung eines flexiblen betrieblichen Angebots.

Bei Interesse an einer unverbindlichen, kostenfreien Kurzanalyse zum Thema „Gesund digital arbeiten“ in Ihrem Unternehmen bzw. Ihrer Organisation nehmen Sie bitte Kontakt auf mit

Birgit Westhaus, Organisationsberaterin mit Schwerpunkt Gesundheit und Beratung bei der QUBIC Beratergruppe GmbH.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.